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Studie vergleicht Integrationsmodelle in Europa und USA
Kategorie: Politik, SozialesVON: HK
Laut einer vom "Center for American Progress" veröffentlichten Studie unterscheiden sich die Ansätze zur Integration von Zuwanderern und Minderheiten in Europa und den USA stark. Beide könnten aber beim Umgang mit einer der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts viel voneinander lernen.
Sowohl die US-amerikanische als auch die europäischen Gesellschaften hätten große Schwierigkeiten, die mit Zuwanderung einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen und Problemstellungen zu bewältigen.
Während in den USA die grundsätzliche Auffassung vorherrsche, dass jeder legal Zugewanderte eines Tages amerikanischer Staatsbürger werden könne, und es selbstverständlich sei, dass in den USA geborene Kinder von Zuwanderern automatisch die Staatsbürgerschaft erhielten, gäbe es jedoch ein Bestreben, die undokumentierte Zuwanderung zu stoppen. In Europa hingegen gäbe es nicht nur Bestrebungen, die unkontrollierte Zuwanderung einzudämmen, sondern darüber hinaus sei auch die Gewährung der Staatsbürgerschaft für lange hier lebende Migranten in umstritten. In vielen Ländern der Europäischen Union gelte nach wie vor das sogenannte "Blutsrecht" (ius sanguinis), nach dem Kinder die Staatsbürgerschaft ihrer Eltern, und nicht die des Landes, in dem sie geboren werden, erhalten.
Die Wahl Barack Obamas, Sohn eines kenianischen Einwanderers, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, böte einen guten Anlass für das Überdenken der Zuwanderungs- und Integrationspolitik in den USA und Europa. Sowohl die USA als auch die Europäische Union entwickelten derzeit neue föderale wie auch supranationale Modelle der Zuwanderungs- und Integrationspoltik. Ein gegenseitiger Austausch bewährter Ansätze und Modelle und ein gegenseitiges voneinander Lernen wären hier hilfreich.
Von der Obama-Regierung fordert der Bericht größere Anstrengungen im Bereich der Integration und beim Abbau von Diskriminierung auf föderaler Ebene, die von einer nationalen Stelle aus koordiniert werden sollten.
Der Europäischen Union empfiehlt der Report, die supranationalen Bestrebungen in den jeweiligen nationalen Gesetzgebungen zu verankern. Hierfür bedürfe es auch einer effizienteren Koordination und Überprüfung seitens der EU-Ebene. Die USA könnten bei der Durchsetzung und Verankerung von Antidiskriminierungspolitiken in den einzelnen Mitgliedsstaaten als Vorbild dienen. Auch sollten Instrumente, um den Fortschritt in Sachen Integration besser messen zu können, erarbeitet und eingeführt werden. Die in Europa stark verbreiteten Vorbehalte, ethnische Daten zu erheben, die gut gemeint seien, führten häufig zu einer Blindheit gegenüber den Problemen und Bedürfnissen ethnischer Minderheiten. Der Bericht empfiehlt darüber hinaus ein offeneres Modell der bisher schwer zugänglichen Staatsbürgerschaft.
Den Berich können Sie hier lesen.

