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"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
Kategorie: Kultur, Politik, SozialesVON: MP
Dem Netzwerk "Schule ohne Rassismus", das 1988 in Belgien von Schüler/innen gegründet wurde, um rechtsradikalen Parteien etwas entgegenzusetzen, gehören in Deutschland inzwischen 425 Schulen an.
Jede Schule kann den Titel erwerben. Voraussetzung, um Mitglied des Netzwerkes zu werden, müssen sich mindestens 70 Prozent aller Menschen, die an einer Schule lernen und lehren verpflichten, sich gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.
1995 führte der Verein Aktion Courage e.V. das Projekt in Deutschland ein und fand Nachahmer zunächst in Österreich und anschließend in Spanien. 2000 wurde der Titel in "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erweitert, um die gesamte Bandbreite der Diskriminierungen in den Blick zu bekommen. Europaweit tragen inzwischen mehr als 600 Schulen den Titel , davon 425 in Deutschland.
Die Bundeskoordination von SOR-SMC verzichtet auf offensive Werbung, sondern setzt auf den Willen und die Initiative der Schüler/innen selbst aktiv zu werden. Die meisten erfahren über das Internet, aus den Medien oder durch Berichte anderer Schüler/innen von dem Projekt. Auf welche Weise, die Unterschriften gesammelt werden, müssen die Schüler/innen selbst entscheiden. Manche Initiativgruppe greift auf Unterschriftenlisten während eines Schulfestes zurück und sammelt die benötigte Anzahl innerhalb kürzester Zeit, andere nehmen sich viel Zeit dafür, suchen jede Klasse einzeln auf und diskutieren mit den Mitschüler/innen über das Anliegen des Projektes. So kann es schon mal mehrere Monate dauern, bis die nötigen Unterschriften zusammen kommen.
Der Titel wird den Schüler/innen und der Schule in einem feierlichen Festakt übergeben. Die Schüler/innen sind zudem aufgefordert, sich eine Patin oder einen Paten aus aus den Bereichen Kunst, Politik, Medien oder Sport zu suchen. Indem sich die Paten und Patinnen öffentlich für das Projekt einsetzen, sollen die Schüler/innen dauerhaft in ihrem Engagement unterstützt werden. Die Verleihung des Titels endet mit der Anbringung eines Schildes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" gut sichtbar an der Schule.
Das Projekt wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. So erhielt es den Jugendkulturpreis NRW (1996 und 1998), den Förderpreis "Demokratie leben" des Deutschen Bundestages (1997 und 1999), den Aachener Friedenspreis (1997), den Civis-Preis des WDR Köln (1997), den Heinrich-Bußman- Preis der SPD Lünen (1997), die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 2001) und 2004 wurde das Projekt vom Bündnis für Demokratie und Toleranz als Botschafter der Toleranz ausgezeichnet.
Die Bundeskoordination von SOR-SMC ist kontinuierlich auf der Suche nach weiteren Partnerorganisationen, welche die Arbeit der Schulen im Netzwerk unterstützen. Während manche Partner, wie die Bundeszentrale für politische Bildung oder der Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, bundesweit agieren, sind andere Partner, wie das Anti-Racism Information Centre (ARIC) auf Landesebenen tätig.
Mehr Informationen gibt es hier:
www.schule-ohne-rassismus.org

