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"Muse": Hessen startet Projekt für muslimische Seelsorge
Kategorie: Politik, SozialesChristliche Seelsorge in Deutschland ist eine Selbstverständlichkeit. Für Muslime dagegen - die zweitgrößte Religionsgemeinschaft hierzulande - ist diese Form der Hilfe bislang kaum vorhanden. Als erste deutsche Stadt will nun Wiesbaden Abhilfe schaffen.
Die Stadtverordneten von Wiesbaden haben das Projekt „Muse – Muslimische Seelsorge in Wiesbaden“ beschlossen. Für das Projekt will die Regierungskoalition von CDU, FDP und Grünen rund 33 000 Euro bereitstellen. Zusätzlich sollen Mittel aus dem Europäischen Integrationsfonds beantragt werden. Praktizierende Muslime sollen als Laienhelfer/innen geschult werden.
Rund 26 000 Muslime leben nach Schätzung des Wahlamts in der Landeshauptstadt. Während in vielen Gefängnissen, Krankenhäusern und Altersheimen feste katholische und evangelische Seelsorger arbeiten, die die Betroffenen besuchen, ihnen zuhören und mit ihnen beten, gibt es diesen für Moslems keinen geregelten Beistand. "Es besteht von Seiten der Muslime ein immens hoher Bedarf an spezifischer, kultur- und religionssensibler Betreuung in Krankenhäusern, Altenpflegeheimen und auch in der Strafvollzugsanstalt", begründete Grünen-Fraktionschefin Bettina Schreiber den Antrag der Regierungskoalition von CDU, FDP und Grünen.
Nach islamischer Auffassung gibt es keinen Vermittler zwischen Gott und dem Einzelnen. Die Gläubigen sind für ihr Heil alleine zuständig. Seelsorger/innen in öffentlichen Einrichtungen sind daher bislang eine Seltenheit.

