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Bildungsoffensive für Migranten
Kategorie: Kultur - Nürnberg, Politik, Politik - NürnbergVON: ANNE SCHIERLOH
Schulergänzendes Bildungskonzept für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Nürnberg
Der Ausländerbeirat der Stadt Nürnberg hat im Herbst des vergangenen Jahres die Verwaltung beauftragt, einen Bericht über die laufenden Aktivitäten im Bereich der Deutsch- und Integrationskurse in Nürnberg abzugeben und darzulegen, wie zukünftig dieser Bereich optimal gebündelt und ausgeweitet werden kann. In seinem Beschluss verweist er auf Bildungs- und Deutschinitiativen anderer Städte. Zuerst wird das Kulturreferat der Stadt Nürnberg im Juni die Angebotspalette der beiden städtischen Dienststellen „Bildungszentrum“ und „Amt für Kultur und Freizeit“ der Integrationskommission vorstellen.
Eine Arbeitsgruppe der stadtinternen Koordinierungsgruppe Integration arbeitet seit März des Jahres 2005 an einem Konzept für die vom Ausländerbeirat gewünschte „Bildungsoffensive für Migranten“. Erster Schritt dazu wird ein schulergänzendes Bildungskonzept für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Nürnberg sein. Grundsätzliches Ziel dieses Konzeptes ist die Förderung der kommunikativen Fähigkeiten aller Kinder und Jugendlichen, damit sie ohne Schwierigkeiten am Regelschulsystem teilnehmen können. Dazu werden besonders Maßnahmen für notwendig erachtet, die in ganz frühem Alter der Kinder und bei den Eltern ansetzen, um diese in ihrer Erziehungskompetenz zu unterstützen (Elternbildung). Schwerpunkt ist die Förderung der deutschen Sprache, nicht jedoch alleiniger Punkt. Der Begriff „Bildung“ wird wesentlich weiter gefasst und umfasst all die Aspekte, die mit Kommunikation und anderen Schlüsselqualifikationen zusammenhängen. Auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse wird Zweisprachigkeit als besondere Fähigkeit der Kinder betrachtet, nicht als Hindernis für das Erlernen der deutschen Sprache.
Für die graphische Darstellung der ersten Überlegungen wurde eine Pyramide gewählt, weil davon ausgegangen wird, dass die meisten Förder- und Unterstützungsangebote bei Familien mit kleinen Kindern ansetzen müssen. Sie müssen qualitativ so gut sein, dass ein gewisser Teil der geförderten Familien und Kinder nach Abschluss der jeweiligen Maßnahme nur noch die „normalen“ Angebote der sozialen und pädagogischen Dienste in Anspruch nehmen muss und keine weitere „besondere“ Förderung mehr benötigt. Familien mit größeren oder längerfristigen Schwierigkeiten sollen jedoch die Möglichkeiten weiterer Unterstützung bekommen. Sie sollten aber mit zunehmendem Alter der Kinder immer häufiger mit den Regelangeboten zurecht kommen. Das System muss jedoch so flexibel sein, dass neu zuwandernde Familien mit älteren Kindern auch noch ausreichend Unterstützung bekommen.
Die große Anzahl bestehender Förder- und Unterstützungsmaßnahmen soll erfasst und auf Passgenauigkeit für die verschiedenen Zielgruppen untersucht werden. Darüber hinaus soll überprüft werden, in welchen Feldern es Angebotslücken und in welchen es Mehrfachangebote gibt.
Zu diesem Zweck werden Studenten der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg in den nächsten Monaten die verschiedenen Träger der entsprechenden Angebote interviewen. In die Auswertung der Befragung gehen auch Erkenntnisse anderer Untersuchungen und Projekte ein. Die konzeptionelle Arbeit soll bis zum Herbst abgeschlossen sein und dann sowohl dem Ausländer- als auch dem Aussiedlerbeirat sowie dem Stadtrat vorgelegt werden.
Die in der Pyramide dargestellten Maßnahmen stellen nur eine Auswahl dar. Graphische Darstellung als pdf. Die berufliche Bildung wird in einem 2. Schritt aufgearbeitet.
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