11.03.2008 19:31 Alter: 253 Tage

13. Filmfestival Türkei/Deutschland verzeichnet neuen Besucherrekord

Kategorie: Kultur

VON: MP

Mit Zusatzvorstellungen der ausgezeichneten Filme ging am vergangenen Sonntag das 13. Filmfestival Türkei/Deutschland zu Ende. Sieger des Wettbewerbs: "Yumurta" von Semih Kaplanoglu.

Preisverleihung 13.Filmfestival Türkei/Deutschland

Obwohl in diesem Jahr deutlich weniger Filme gezeigt wurden, konnte der Besucherrekord vom letzten Jahr gebrochen werden. Fast 10 000 Cineasten lockte das Filmangebot in den letzten zehn Tagen in die Kinosäle Nürnbergs. Noch größer soll das Festival allerdings nicht werden, denn das Festival "darf seinen familiären Charakter nicht verlieren", betont der Vorstandsvorsitzende von Interforum Adil Kaya. Auch Jürgen Markwirth, der Leiter des Amtes für Kultur und Freizeit, hält ein weiteres Wachsen des Festivals für kontroproduktiv, denn "sonst funkioniert der Austausch nicht nicht mehr".  Während in den ersten Jahren des Festivals der Austausch zwischen türkischen und deutschen Kinogängern kaum oder nur sehr spärlich stattfand, ist in den letzten Jahren Bewegung in den Austausch in die Festivalszene gekommen.

Filmisch hatte das Festival auch in diesem Jahr wieder einiges zu bieten. Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis für den besten Spielfilm gewann Semih Kaplanoglus „Yumurta“ (Ei), in dem er poetisch von einem  Schriftsteller erzählt, der nach dem Tod seiner Mutter an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt und dort mit Erinnerungen und Schuldgefühlen konfrontiert wird. Als beste Hauptdarstellerin wurde Barbara Auer für ihre Rolle in "Der andere Junge" ausgezeichnet. In der Kategorie "bester Hauptdarsteller" zeichnete die Jury zwei Schauspieler aus: Nejat Isler in "Yumurta" sowie Denis Moschitto in "Chiko". Vokan Özcan erhielt für seine Leistung in "Chiko" den Spezialpreis der Jury.

Der Publikumspreis sowie der Preis der Jungen Jury gingen an "Mutluluk" (Glück) von Abdullah Oguz, der auf einer Erzählung des diesjährigen Ehrengastes des Festivals Zülfü Livaneli beruht. Als bester Kurzfilm wurde "Mein Vater schläft" vob Grzegorz Muskala ausgezeichnet und "Gölün kadinlari" (Die Frauen vom See) von Demine Emel Balci wurde als bester Dokumentarfilm gekürt. Der Öngören-Preis für Demokratie und Menschenrechte ging an Martin Theo Kriegers Film "Beautiful Bitch", über die 15-jährige Bica alias »Bitch«, die sich auf den Straßen von Bukarest alleine durchschlägt.

Wie jedes Jahr wurde das Filmangebot durch eine Reihe von Podiumsgesprächen ergänzt, in der u.a. die provokative Frage "Wovor hat das Abendland Angst?" diskutiert wurde. In Sachen Dialog hat das Festival seit Jahren Vorbildcharakter, umso unnötiger Veranstaltungen wie "Erfolgreich durch Integration", die vermeintlich "erfolgreiche" (Post-)MigrantInnen für den Integrations-Diskurs vereinnahmen, indem sie sie auf ein Podium setzt und präsentiert, als seien sie die Ausnahme und nicht alltägliche Realität.

Mit einer gut besuchten Preisverleihung am Sonntag ging das Filmspektakel schließlich zu Ende. 

Alle Preise

Impressionen