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Eine visuelle Sprache der Migration
Kategorie: Kultur, PolitikVON: MP
Mit schlichten und ausdrucksstarken Piktogrammen macht das Künstlerinnen-Kollektiv Migrantas auf die Realität von MigrantInnen in urbanen Räumen aufmerksam.
Seit 2004 arbeitet das Kollektiv Migrantas zu den Themen Migration, Identität und interkultureller Dialog. In ihren Arbeiten vermischen sich soziologische Ansätze mit Kunst und Design, um die Lebensumstände der MigrantInnen zu reflektieren. Obwohl Mobilität, Migration und Transkulturalität längst zur Regel geworden sind, bleiben MigrantInnen und ihre Erfahrungen für den Rest der Gesellschaft oft unsichtbar. mit Piktogrammen machen Migrantas in urbanen Räumen sichtbar, was diejenigen denken und fühlen, die ihr eigenes Land verlassen haben und nun in einem neuen Land leben. Die Mitglieder des Kollektivs sind selbst Migrantinnen in Berlin, sie konzipieren ihre Arbeit mit anderen MigrantInnen als horizontalen, nicht hierarchischen Dialog.
Im Rahmen der Workshops, die Migrantas veranstaltet, um gemeinsam über die Migration zu reflektieren, entstehen Zeichnungen, in denen die TeilnehmerInnen ihr Leben darstellen. Ausgehend von diesen Zeichnungen entwerfen die Künstlerinnen Piktogramme. Um Schlüsselemente und Gemeinsamkeiten zu identifizieren, werden sämtliche Zeichnungen sorgfältig analysiert. Wiederkehrende Themen fließen in die Form der Piktogramme ein und bilden eine grafische Synthese, die gleichzeitig die Absicht der Originalzeichnung berücksichtigt.
Schlichtheit und Ausdruckskraft
Die visuelle Sprache dieser Piktogramme basiert auf Schlichtheit und Ausdruckskraft. Ihr einfaches, universell verständliches Design ermöglicht es, eine Breite von Emotionen zu vermitteln. Ihre Botschaft ist anonym und persönlich zugleich, so dass Menschen aus unterschiedlichster Herkunft sich darin wieder erkennen können. Piktogramme sind jenseits kultureller Einzigartigkeiten verständlich, sie sind die visuelle Sprache der globalisierten Welt.
Die Sichtbarmachung der Piktogramme im öffentlichen Raum ist ein wesentliches Ziel der Arbeit von Migrantas, denn durch die Sichtbarmachung im öffentlichen Raum werden die TeilnehmerInnen als Subjekte anerkannt. Verschiedene Medien kommen zum Einsatz: Die Piktogramme erscheinen auf Werbeplakaten, als digitale Animationen im U-Bahn-Fernsehen, auf Flyern oder auf Tragetaschen. Dahinter steckt immer die Absicht, die Überlegungen und Empfindungen der MigrantInnen in die Stadt zu integrieren. Die Bilder und Texte der MigrantInnen werden Teil der urbanen Landschaft: Die Stadt spricht von ihnen.
2008 Bundesmigrantinnen: Bilder der Migration im öffentlichen Raum Deutschlands"
Nach den erfolgreichen Berliner Projekten war Hamburg die erste Station von "Bundesmigrantinnen" und Auftakt zur künftigen Umsetzung in weiteren deutschen Städten. Die nächste Station wird 2008 in Köln sein.
Die Kontaktadresse bei Interesse an einer Zusammenarbeit mit Migrantas bzw. Umsetzung des Projektes „Bundesmigrantinnen – Bilder der Migration im öffentlichen Raum“ lautet: Irma Leinauer migrantas(att)yahoo.com
Ausführliche Informationen mit vielen Workshop- und Kampagne-Bildern, Zeichnungen und Piktogrammen auf der Website von Migrantas:

