29.06.2005 21:56 Alter: 3 Jahre

Bereinigtes Ausländerzentralregister

Kategorie: Politik

VON: TORSTEN GROSS

In Deutschland leben deutlich weniger Ausländer als bisher angenommen. Das belegen neue Daten des Ausländerzentralregisters, die Anfang Mai vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden. Danach lebten Ende 2004 lediglich 6,7 Mio. Ausländer mit längerfristigem Aufenthaltstitel in Deutschland. 2003 lag die amtliche Zahl der ausländischen Wohnbevölkerung noch bei 7,3 Mio.

Der Rückgang um 618.000 (-8,4 %) ist im Wesentlichen auf eine Bereinigung des Ausländerzentralregisters zurückzuführen. Dabei wurden beispielsweise Doppelzählungen durch verschiedene Schreibweisen der Namen herausgefiltert sowie inzwischen Eingebürgerte, die in der Statistik noch als Ausländer geführt wurden. Daher ist die aktuelle Statistik mit früheren Werten schwer in Relation zu setzen. Türkische Staatsangehörige bilden mit 1,8 Mio. (26 %) die größte ausländische Gruppe. Weitere bedeutende Herkunftsländer sind Italien (ca. 550.000: 8,2 %), Serbien und Montenegro (507.000: 7,6 %), Griechenland (316.000: 4,7 %) und Polen (292.000: 4,3 %). 31,4 % der Ausländer sind Angehörige eines EUMitgliedstaates, 48,1 % kommen aus dem übrigen Europa. Insgesamt stammen damit 79,5 % der ausländischen Bevölkerung Deutschlands aus Europa (einschl. Türkei). Weitere 12,3 % sind Staatsangehörige eines asiatischen Staates, 4 % stammen aus Afrika und 3 % vom amerikanischen Doppelkontinent.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Ausländer betrug 16 Jahre. Jeder Dritte lebt schon länger als 20 Jahre in Deutschland. 4,5 Mio. (67 %) erfüllten die für eine Einbürgerung notwendige Aufenthaltsdauer von 8 Jahren. 21 % der Ausländer wurden in Deutschland geboren (1,4 Mio.). In der Gruppe der Türken waren es 35 %, bei den Italienern 30 %.

Quelle: Newsletter "Migration und Bevölkerung", Juni 2005, Herausgeber: Netzwerk Migration in Europa e.V.


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