08.04.2005 15:25 Alter: 4 Jahre

Türkische Migranten in Deutschland besonders stark von Armut betroffen

Kategorie: Politik

VON: TORSTEN GROSS

Türkische Migranten in Deutschland sind in besonderem Ausmaß von Armut betroffen. Hierauf weist Faruk Şen, Direktor der Stiftung Zentrum für Türkeistudien, hin. Ursache hierfür sei vor allem die hohe Betroffenheit von Arbeitslosigkeit und das geringe Ausbildungsniveau, und damit verbunden ein geringes Einkommen.

"Die Arbeitslosenquote bei türkischen Migranten in Deutschland liegt bei 25%. Dabei steigt der Anteil derjenigen, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, seit einigen Jahren an, inzwischen zählen fast 40% aller Arbeitslosen zu den Langzeitarbeitslosen", so Şen. Auch unter jungen Migranten nehme die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren immer mehr zu. Ein Grund hierfür sei die geringe Qualifikation in Verbindung mit dem industriellen Strukturwandel, der immer weniger nichtqualifizierte Arbeitsplätze anbietet.
"Diese mangelhafte Beteiligung am Erwerbsleben schlägt sich deutlich im Haushaltseinkommen nieder: Den türkeistämmigen Familien ste-hen durchschnittlich 1.917,- € im Monat zur Verfügung, deutsche Haushalte verfüg-ten dagegen über ein durchschnittliches Einkommen von 2.596,- €, wobei türkische Haus-halte jedoch fast doppelt so viele Personen (3,9) umfassen wie deutsche (2,15)", so Şen weiter. Damit ergibt sich ein durchschnittliches Pro-Kopf-Ein-kommen von 491,- € in türkischen Haushalten genüber 1.207,- € in deutschen.
"Die Verbesserung der Ausbildungsbeteiligung junger Türkeistämmiger ist ein besonders wichtiger Schlüssel zur Verbesserung dieser Situation", betont Şen. Vor diesem Hintergrund bestehe am Zft ein lange Tradition von Projekten zur Ausbildungsförderung.


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