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15 Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag von Solingen
Kategorie: PolitikVON: MP
Beim rassistischen Brandanschlag von Solingen wurden in der Nacht zum 29. Mai 1993 fünf Türkinnen von vier deutschen Neo-Nazis ermordet.
Bei dem Brandanschlag auf ein Zweifamilienhaus, das von Menschen türkischer Abstammung bewohnt war, starben fünf Menschen (zwei Frauen, drei Mädchen). Hülya Genç (9), Gülüstan Öztürk (12) und Hatice Genç (18) kamen in den Flammen ums Leben. Gürsün İnce (27) und Saime Genç (4) erlagen ihren Verletzungen nach einem Sprung aus dem Fenster. Ein sechs Monate alter Säugling, ein dreijähriges Kind und der 15 Jahre alte Bekir Genç wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Bekir Genç erlitt schwerste Verbrennungen und unterzog sich seit dem Anschlag 30 Operationen und Hauttransplantationen, 14 weitere Familienmitglieder erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.
Der Solinger Brandanschlag war 1993 der Höhepunkt einer Welle rassistischer Anschläge auf Migrant/innen in Deutschland. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl kam 1993 nicht nach Solingen. Seinen, im In- und Ausland kontrovers diskutierten Kommentar, er lehne den „Beileidstourismus“ anderer Politiker vor Ort ab, ließ er duch seinen Sprecher verkünden.
Nach den Pogromen in Hoyerswerda und Rostock, sowie dem Brandanschlag von Mölln änderte der Bundestag am 26. Mai 1993 den Artikel 16 des Grundgesetzes, das Recht auf Asyl. Drei Tage später erfolgte der Mordanschlag in der westdeutschen Stadt Solingen.
SOLINGEN GEDENKT
An den 15. Jahrestag des Anschlags erinnern folgende Aktionen:
29. Mai, 18 Uhr: Gedenkveranstaltung am Mahnmal Mildred-Scheel-Berufskolleg, Beethovenstr. 225.
Anschließend verleiht das Bündnis für Toleranz den Solinger Preis für Zivilcourage.
29. Mai, 19 Uhr: Gedenkkundgebung, organisiert vom Solinger Appell - Forum gegen Krieg und Rassismus, Untere Wernerstr./Ecke Schweizer Str. 30. Mai, 15 Uhr: Jugendkulturaktion: Bands, Theater, Kurzfilme, Clemensgalerie, Mummstr.
31. Mai, 12 Uhr: Demonstration 15 Jahre danach - Rassismus und Neofaschismus bekämpfen! Treffpunkt Mühlenplatz
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