Bunt oder im Verband? Wege der Integration durch den Fußball
Anstöße 20 - Forum interkultureller Dialog
Mittwoch, 3. Mai 2006, 19 Uhr - Eintritt frei!
Veranstaltungsort: Villa Leon, Philipp-Körber-Weg 1, Nürnberg - U-Bahnhaltestelle Rothenburger Straße
Kurzvorträge und Diskussion mit Rüdiger Heid (Projektleiter „Bunt kickt gut! – Interkulturelle Straßenfußball-Liga München" ) und Cemal Günes (Türk SV München und Beisitzer Kreissportgericht München II)
Moderation: Jürgen Thielemann (Leiter SportService Nürnberg)
Zur Diskussion stehen Modellprojekte innerhalb und außerhalb des DFB-organisierten Fußballs. Fußball ist ein wunderbares Mittel der Integration, sagt Cemal Günes und teilt damit die Auffassung vieler Sport- und Sozialpädagogen im Land. In den Achtzigern hat Cemal Günes beim damaligen Drittligisten Türk Gücü München »ein Vorbild für Integration in ganz Deutschland geschaffen«, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Doch das Klima hat sich gewandelt, die Realität in den Vereinen ist heute eher von interkultureller Abschottung geprägt. Indessen sorgt eine 1997 außerhalb der Fußballverbände in München gestartete Initiative für Furore: die Interkulturelle Straßenfußball-Liga „Bunt kickt gut“, maßgeblich entwickelt von Rüdiger Heid. Anstoß war hier eine Kooperation mit dem Wohnungs- und Flüchtlingsheim der Stadt. Und der Ball kam schnell ins Rollen: Vom 1. bis 11. Juni 2006 spielt die Liga der Straßenfußballer nun auch ihre eigene WM, mit 32 Teams aus Deutschland und 32 Teams aus aller Welt. Und der Bayerische Fußball-Verband hilft neuerdings kräftig mit: Entwicklungen, die sowohl für die kommunale Sportförderung als auch für die kommunale Integrationspolitik von Interesse sein könnten.
Dieser „Anstöße“-Abend findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie für Fußballkultur und dem SportService Nürnberg statt.
Weitere Informationen im Internet
www.buntkicktgut.de
Homepage der Initiative "Bunt kickt gut"
buntkicktgut ist ein Projekt der interkulturellen Verständigung und in seiner bestehenden Form und Dimension ein bundesweit einzigartiges Beispiel des organisierten Straßenfußballs.
Die Idee zu buntkicktgut, der interkulturellen Münchner Straßenfußball-Liga entstand 1997 aus der Betreuungsarbeit von Kindern und Jugendlichen in Münchner Gemeinschaftsunterkünften für Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber.
Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, jungen Menschen verschiedener kultureller und nationaler Herkunft eine sinnvolle und gesunde Freizeitbeschäftigung zu geben und Möglichkeiten von sozialem und kulturellem Miteinander zu eröffnen.
Mittlerweile hat die von der Initiativgruppe e. V. / IG Feuerwache und dem Amt für Wohnen und Migration der Landeshauptstadt München gemeinsam getragene Liga ihren festen Platz im Sportgeschehen der Stadt München gefunden.
Der entscheidende konzeptionelle Unterschied zu vergleichbaren Veranstaltungen liegt in der Kontinuität der Liga, die im Gegensatz zu sporadischen Turnieren regelmäßige Kontakte zwischen Teams und eine kontinuierliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ermöglicht.
Finanziert wird buntkicktgut hauptsächlich durch öffentliche und private Zuschüsse sowie Geld- und Sachspenden, aber auch durch die Startgelder der teilnehmenden Teams. (Nebenstehendes Foto: Oliver Kahn überreicht 1700 Euro an buntkicktgut. Gabriele Herz (EUTOP), von links: Oliver Kahn, buntkicktgut-Leiter Rüdiger Heid und Auktions-Gewinner Dieter Stiebeling ).
Ein weiteres Ziel von „Bunt kickt gut“ besteht darin, die Idee einer Straßenfußball-Liga für Kinder und Jugendliche aller Nationen weiter zu transportieren und in anderen Großstädten zu etablieren. Im Hinblick auf die Fußball-WM 2006 in Deutschland enststand die Idee, zeitgleich ein interkulturelles „Weltfestival des Straßenfußballs“ auszurichten (siehe unten).
Auf der Homepage können auch verschiedene Fernsehbeiträge und Trailer über Bunt kickt gut heruntergeladen werden.
www.buntkicktgut.de/redaktion/joomla10/
Von Jugendlichen betriebene Internetredaktion zu "Bunt kickt gut". Jugendliche zwischen 10 und 31 Jahren schreiben Berichte über die interessantesten Spiele und stellen dazu eigene Fotos ins Internet. Darüber hinaus gibt es verschiedene Beiträge rund ums Rhema Fußball. Die Redaktion versucht bei den Profikickern hinter die Kulissen zu schauen, besucht Experten und informiert sich, wie beim Rundfunk oder bei den Zeitungen gearbeitet wird. Die Jugendlichen lernen dabei auch mehr über Text- und Bildbearbeitungsprogramme und vieles was man braucht um eine Website zu erstellen und zu bearbeiten.
www.stadtteilarbeit.de/Seiten/Projekte/muenchen/bunt_kickt_gut.htm
Übersichtliche Darstellung des Projektes "Bunt kickt gut" mit kurzen Texten zu Projektinhalten, Entwicklung, Finanzierung, sozialem Kontext, Wirkungen, Vernetzung etc.
www.munich06.org
Homepage der von "Bunt kickt gut" veranstalteten "International Streetfootball League" (1. bis 11. Juni 2006).
Die Idee der international streetfootball league ist im Hinblick auf die Fußball-WM 2006 in Deutschland entstanden und ist wohl der Höhepunkt jahrelanger Arbeit von buntkicktgut. Das Ziel besteht darin, die Idee einer Straßenfußball-Liga für Kinder und Jugendliche aller Nationen weiter zu transportieren und in anderen Großstädten zu etablieren. Interkultureller Straßenfußball gibt die Möglichkeit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu bekämpfen, den Jugendlichen den Umgang mit Regeln beizubringen, das soziale Verhalten zu verbessern und den Teamgeist und die Fairness zu stärken.
www.nordstadtliga.de/Saison2005/WM%202006%20Muenchen/bkg-weltfestival.pdf
Präsentation im pdf-Format zum "Weltfestival des Straßenfußballs"
www.fussball-kultur.org
Die Fußballakademie - im Oktober 2004 gegründet - begreift den Fußball als wichtigen Teil der Alltagskultur und Integrationsfaktor quer durch alle sozialen Milieus. Er prägt die deutsche Geschichte und zahllose Biografien, er ist Spiegel und Brennpunkt für kulturelle, politische, ökonomische, soziale Entwicklungen – ein Phänomen, schillernd und komplex wie kaum ein anderes.
Damit will die Akademie das Niemandsland zwischen Sportteil und Feuilleton bespielen und so ein neues Kompetenzzentrum zu Themen jenseits des reinen 1:0 etablieren – weit über die WM 2006 hinaus.
Die Akademie wird getragen von der Stadt Nürnberg und dem kicker-Sportmagazin, gefördert von easyCredit / norisbank.
Das Unterstützerteam ist besetzt mit 17 namhaften Institutionen wie BMI, Land Bayern, Adolf Grimme- und Goethe-Institut, FAZ, ZEIT oder der Villa Massimo in Rom sowie mehr als 50 ausgewiesenen Kennern der Materie aus Sport, Kultur, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.
