Zwangsehe - arrangierte Ehe - Liebesheirat? Heiratsverhalten zwischen Tradition und Moderne

Anstöße 19 - Forum interkultureller Dialog
Mittwoch, 5. April 2006, 19 Uhr - Eintritt frei!
Veranstaltungsort: Villa Leon, Philipp-Körber-Weg 1, Nürnberg - U-Bahnhaltestelle Rothenburger Straße
Vortrag und Diskussion mit Regina Kalthegener und Prof. Dr. Gaby Straßburger
Moderation: Ferda Sen Ataman

Die in der letzten Zeit in Medien und Politik intensiv diskutierten Themen „Ehrenmord“ und „Zwangsheirat“ bilden den Hintergrund dieses „Anstöße“- Abends. Mit zwei kompetenten Referentinnen soll versucht werden, die oftmals rein emotional geführte Debatte zu versachlichen. Die Rechtsanwältin Regina Kalthegener, die mehrere Jahre im Bundesvorstand von „terre des femmes“ aktiv war, vertritt Mädchen und Frauen als Opferbeistand und als Nebenklägerinnen in Strafprozessen mit Schwerpunkt Menschenhandel, "Ehrenmord" und Kinderprostitution.

Prof. Dr. Gaby Straßburger von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin hat sich in mehreren Untersuchungen mit dem Heiratsverhalten von Personen ausländischer Nationalität oder Herkunft in Deutschland auseinandergesetzt. Dabei geht es auch um eine Differenzierung zwischen „Zwangsehen“ und „arrangierten Ehen“. Moderiert wird der Abend von der aus Nürnberg stammenden Politikwissenschaftlerin Ferda Sen Ataman, die derzeit als Referentin beim Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration in Nordrhein-Westfalen arbeitet.

Weitere Informationen

Statement von Gaby Straßburger zum Sachverständigengespräch des Landtags Nordrhein-Westfalen zum Thema „Zwangsheirat“ am 15.2.05
Download als pdf

Gaby Straßburger beleuchtet in ihrem Statement drei Aspekte: Die Abgrenzung zwischen arrangierten Eheschließungen und Zwangsheirat, die Einschätzungen zur Größenordnung der Zahl von Zwangsheiraten sowie die Ausgestaltung präventiver Maßnahmen.
Damit stellt sie dem Mainstreamdiskurs eine differenzierte Sichtweise entgegen. Eine ihrer zentralen Thesen: Gängigen Klischees und einseitigen Medienberichten zum Trotz sind Ehen, die gegen den Willen oder ohne Rücksicht auf die Gefühle der Ehepartner geschlossen werden, äußerst selten und werden auch in der türkischen Bevölkerung allgemein heftig kritisiert. Denn die Entscheidungsfreiheit der Ehepartner wird als grundlegend erforderlich betrachtet.

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