"Klein-Istanbul" als Weg zur Integration oder wie gemischt sollte die Stadtteilbevölkerung sein?

Anstöße 16 - Forum interkultureller Dialog
Mittwoch, 1. Februar 2006, 19 Uhr - Eintritt frei
Vortrag von Prof. Dr. Walter Siebel

Portrait Prof. Dr. Walter SiebelIn allen Einwanderungsstädten entwickelt sich ein Mosaik kultureller Dörfer: China-Town, Little Italy, German Town... Auch in Deutschland wird es Klein-Istanbul, Klein Griechenland, das Russenviertel... geben. Solche Entwicklungen sind unvermeidbar. Aber sind sie auch wünschenswert?
Im Vortrag werden die Vor- und Nachteile von Einwandererquartieren in deutschen Städten diskutiert. Plädiert wird für eine Stadtpolitik, die Einwanderungsquartiere als notwendige Stufe der Integration zulässt.

Zur Person:
Walter Siebel ist Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Stadt- und Regionalforschung an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und dort seit 1975 Leiter der Arbeitsgruppe Stadtforschung. Er ist Mitglied verschiedener Beiräte, Kommissionen und Gutachtergremien etc., u.a. des Expertenforums des Projektes "Zuwanderer in der Stadt" der Schader-Stiftung (nähere Infos siehe unten).



Vortrag und Diskussion im Bürgerzentrum Villa Leon
Schlachthofstr. / Philipp-Körber-Weg 1, Nürnberg (U-Bahn Rothenburger Straße)
Schirmherrschaft der Veranstaltungsreihe: Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly
Veranstalter: Stadt Nürnberg: Amt für Kultur und Freizeit, Amt für Wohnen und Stadterneuerung, Ausländerbeirat, Bildungszentrum, Pädagogisches Institut sowie Institut für soziale und kulturelle Arbeit (ISKA) und Xenos Nürnberg e.V.


Weitere Informationen


Veröffentlichungen von Prof. Dr. Walter Siebel zum Thema im Internet:

Objektive und subjektive Faktoren der Integration resp. der Ausgrenzung von Migranten
(Überarbeitete Fassung eines Gutachtens für die Schader-Stiftung)
Download als pdf

Soziale Integration und ethnische Schichtung - Zusammenhänge zwischen räumlicher und sozialer Integration.
Gutachten von Hartmut Häußermann und Walter Siebel i.A. der Unabhängigen Kommission "Zuwanderung".
Das im März 2001 vorgelegte Gutachten gibt zugleich den Forschungsstand in gebündelter und aktueller Form wieder.
Download als pdf

Die Stadt als Ort der Integration von Zuwanderern. Vortrag bei der Verleihung des Schader-Preises in Darmstadt am 6. November 2003, Hartmut Häußermann und Walter Siebel
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Integration und Segregation – Überlegungen zu einer alten Debatte. Hartmut Häußermann und Walter Siebel. In: Deutsche Zeitschrift für  Kommunalwissenschaften, 40. Jahrgang 2001/I
Download der Beitrags von Häußermann/Siebel als pdf
Download der gesamten Zeitschrift als pdf



Informationen der Schader-Stiftung

Eine Liste mit Texten, Literaturtipps und Links zum Thema "Sozialräumliche Integration von Zuwanderern" hat die Schader-Stiftung unter 
http://www.schader-stiftung.de/wohn_wandel/213.php zusammengestellt.


Die Schader-Stiftung ist zugleich Initiatorin des Projektes "Zuwanderer in der Stadt". An dem Projekt beteiligt sind die neben der Schader Stiftung noch der Deutsche Städtetag, der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen, das Deutschen Institut für Urbanistik und das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung. Thema ist die sozialräumliche Integration von Zuwanderern, also von Ausländern und Aussiedlern, von jenen, die erst seit kurzem oder bereits seit Jahrzehnten in Deutschland leben, von ihren Kindern und Enkeln, von Pendlern zwischen zwei Kulturen und von Menschen, für die Deutschland nur ein Lebens- und Arbeitsort auf Zeit ist. Ziel dieses Projekts ist es, für die Akteure in Kommunalpolitik und -verwaltung sowie in der Wohnungswirtschaft neue und differenzierte Ansätze für die sozialräumliche Integration von Zuwanderern in Deutschland zu entwickeln, umzusetzen und zu erproben. Wissenschaftliche Begleitforschung soll darüber hinaus gute Beispiele ermitteln, die als wegweisend für zukünftige sozialräumliche Integrationsprozesse gelten können.
Nähere Informationen: http://www.zuwanderer-in-der-stadt.de


Publikation: Expertisen zum Projekt "Zuwanderer in der Stadt"
Der Beitrag "Segregation und Integration. Entwicklungstendenzen der Wohn- und Lebenssituation von Türken und Spätaussiedlern in der Stadt Nürnberg" wurde veröffentlicht in: "Zuwanderer in der Stadt – Expertisen zum Projekt", Schader-Stiftung, DST, GdW, DifU, InWIS (Hrsg.), Darmstadt 2005, ISBN 3-932736-15-X (Schutzgebühr 18,00 EUR)
Die Expertisen ergänzen die "Empfehlungen zur stadträumlichen Integrationspolitik" (diese können hier kostenlos als pdf-Datei herunter geladen werden) des Expertenforums im Projekt "Zuwanderer in der Stadt". Im Auftrag des Expertenforums entstanden, analysieren sie konkrete Einzelfragen der Integration von Zuwanderern.
Die Expertisen verfolgen zwei Schwerpunkte. Der erste behandelt spezifische Fragen des Integrationsprozesses, wie

  • Wie verläuft die intraethnische Segregation unterschiedlicher Zuwanderergruppen, die sich u.a. in der zunehmenden Ausdifferenzierung ihrer Wohnorte ausdrückt?
  • Welches sind die objektiven und subjektiven Faktoren der Integration resp. der Ausgrenzung von Zuwanderern im biografischen Verlauf?

Die sozialräumliche Perspektive bildet mit folgenden Fragen den zweiten Schwerpunkt:

  • Wie sehen die Praxis der Wohnungsvergabe und Ansätze der Partizipation von Migranten in der Wohnungswirtschaft aus?
  • Welche Leistungen erbringt das Quartiersmanagement für die Integration von Migranten?
  • Welche Bedeutung haben öffentliche Plätze in benachteiligten Quartieren?
  • Wie wirken sich unterschiedliche räumliche Verhältnisse auf den Integrationsverlauf aus?

Analysen zur jüngsten Entwicklung der Integration von Zuwanderern in den Niederlanden und Frankreich schließen diesen Band ab.
Nähere Informationen: http://www.zuwanderer-in-der-stadt.de/803.php


Vollständig herunter geladen werden können die "Empfehlungen zur stadträumlichen Integrationspolitik" des Expertenforums. Die Empfehlungen sollen Praktiker 
in Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft, aber auch Akteure vor Ort dabei unterstützen, die Integration von Zuwanderern in Deutschland zu fördern und zu erleichtern.
"Auch in Deutschland findet eine räumliche Konzentration von Zuwanderern in den Städten statt und ist letztlich nicht zu verhindern. Zu einem gewissen Teil sollte sie auch nicht verhindert oder behindert werden. Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass die 'Mischung' von Zuwanderern und Einheimischen in den Wohnquartieren der Städte ein handhabbares Instrument zur Integration der Zuwanderer in der Aufnahmegesellschaft ist..."


Informationen der Heinrich-Böll-Stiftung

Die Heinrich-Böll-Stiftung betreibt eine Kommunalpolitische Infothek im Internet, in deren Rahmen auch einige Texte zum Themenschwerpunkt "Ethnische Segregation - Akzeptieren oder gegensteuern" herunter geladen werden können.

Zudem stellt die Böll-Stiftung noch die Dokumentation der ZukunftsWerkStadt „Kulturelle Vielfalt in den Städten – Konflikte und Potenziale in der Stadtentwicklung“ ihrer Fachkommission Stadtentwicklung (April 2005) im Internet zur Verfügung.